Archiv für November 2011

Ausstellung in der FSU „…von Anilin bis Zwangsarbeit ‐ Die I.G. Farben und die Verantwortung der Wissenschaft“

Unter diesem Titel startet am 30. November eine Wanderausstellung im Foyer des Campusgebäudes der FSU mit einer kleinen Eröffnungsfeier. „Nach der Veranstaltungsreihe im letzten Semester soll nun diese Ausstellung zum Nachdenken über militärische Forschung anregen.“ so Dorothea Forch, Initiatorin der Ausstellung. Wie ein Akrützelartikel belegte, gibt es auch an der FSU Forschung für militärische Zwecke und auch die Nähe zu Unternehmen wie Jenoptik, die für Kriegszwecke produzieren, lässt aufhorchen und sich kritisch mit diesem Thema befassen.

„Als angehende Wissenschaftler_innen stellen wir uns der Verantwortung für die Zukunft der Gesellschaft.“ erläutert Malte Pannemann, Mitarbeiter des Referats für Hochschulpolitik, die Intention der Ausstellung. Die Diskussion über den Sinn und Zweck von Wissenschaft muss gerade unter den derzeitigen wirtschaftlichen und weltpolitischen Bedingungen zumindest hochschulöffentlich geführt werden. „Diese Diskussion möchten wir hier in Jena anstoßen. Die Ausstellung sollte genügend Anregungen bieten. An einigen  deutschen Hochschulen wurden bereits sogenannte Zivilklauseln eingeführt, die Forschung und Lehre für militärische Zwecke untersagen. Eine solche könnte es auch in der Grundordnung der FSU geben.“ regt Dorothea Forch an.

Zur Ausstellungseröffnung sind alle Studierenden und InteressentInnen von 18.00 bis 20.00 Uhr am 30. November ins Foyer des Campus am Abbe-Platz eingeladen. Am 19. Dezember zieht die Ausstellung ins UHG und am 6. Januar in die Philomensa.

Referat für Hochschulpolitik am Studierendenrat der Friedlich Schiller Universität Jena


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Ökologie-Veranstaltung am 5.12.11 um 19 Uhr im HS 4 in der CZS 3: Energiewende, sind wir damit schon am Ende?

mit Input vom Umweltreferat und Podiumsdiskussion mit Christian Ranft (Greenpeace Jena), Ralph Lenkert (die Linke, MdB), Olaf Müller (die Grünen, Landesvorstand) und Rainer Nebelung (Zukunftswerkstatt). Am Montag den 5.12.11 um 19 Uhr im Hörsaal 4 in der Carl-Zeiß-Straße 3

Der Klimawandel ist das zentrale Problem des 21. Jahrhunderts. Er steht nicht bevor, er findet bereits statt.

Die meisten westlichen Staaten wollen dem entgegnen mit einem Klimaschutzprogramm. Eine Verlagerung der Energieversorgung auf erneuerbare Energiequellen steht dabei im Zentrum. Spätestens nach Fukushima ist klar: Atomenergie kann keine Alternative zu fossilen Brennstoffen bieten.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt bis 2020 die CO2-Emissionen um 40% herabzusenken. Ist dieses ehrgeizige Ziel lediglich mit einem Wandel in der Energieversorgung zu erreichen?

In Anbetracht unseres wirtschaftlichen Wachstumsdrangs und des gesellschaftlichen Konsumbedürfnisses drängt sich die Frage auf, ob es nicht einen tiefergreifenden Wandel bedarf.

Ist die Rettung der Welt in diesem System überhaupt noch möglich?

Campus TV Jena vom 23.11.2011 Berichterstattung über den Bildungsstreik

In der zweiten Ausgabe vom Campus TV in diesem Semester könnt ihr unter anderem einen Bericht über die Aktion zum Bildungsstreik sehen (Minute 5:05 bis Minute 9:18)

Rosa-Luxemburg-Lesekreis

Jeden Donnerstag treffen wir uns von 20 Uhr bis etwa 22 Uhr im Seminarraum 207 in der Carl-Zeiß-Straße 3. Abwechselnd werden wir Donnerstags unseren RedCinema Filmabend und unseren Rosa-Luxemburg-Lesekreis veranstalten. Der Rosa-Luxemburg-Lesekreis wird beginnen am 24.11.11 und der nächste Filmabend findet statt am 1.12.11.

Wenn ihr Interesse habt an dem Lesekreis, dann könnt ihr schon einmal einen ersten Blick in den Rosa Luxemburg Reader werfen. Am 24.11. wollen wir über die ersten 11 Seiten des Readers diskutieren, also über den historischen Rahmen und den Vorschlag für die Strukturierung des Lesekreises. Am 8.12. wird dann über den ersten Inhaltlichen Abschnitt von „Sozialreform oder Revolution“ diskutiert.

Wir empfehlen den Reader im Service Büro des StuRa zu Drucken und zu Binden. 100 Seiten Ausdrucken und Ringbindung kosten im Service Büro des Stura nur 2,75€

Wer nicht nur Lesen sondern selber Politik machen möchte, ist herzlich eingeladen. Unsere offene Sitzung findet jeden Montag von 19 Uhr bis etwa 21 Uhr im Seminarraum 384 in der Carl-Zeiß-Straße 3 statt.

Neuer Aufkleber bei Linksjugend [’solid] Jena

Neben den restlichen Aufklebermotiven kann nun auch folgender Aufkleber in unserem Jugendbüro am Markt 4 kostenlos abgeholt werden:

Zivilklausel einführen und durchsetzten!

Erklärung des Tübinger Zivilklauselkongresses am 28. und 29.10.2011 an dem auch 4 Menschen aus Jena für den Arbeitskreis Zivilklausel / Referat für Hochschulpolitik teil nahmen.

Ein Bericht zum Kongress aus dem Schwäbischen Tagblatt findet sich hier:

Erklärung des Tübinger Zivilklauselkongresses am 28. und 29.10.2011

Anlässlich der offensichtlichen Unterwanderung der Tübinger Zivilklausel – u. a. durch die Honorarprofessur des Herrn Ischinger und die anhaltende wehrmedizinischen Forschung – versammelten sich Studierende und Aktive aus Friedens- und Gewerkschaftsinitiativen aus zwölf Universitätsstädten (Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz, Stuttgart, Tübingen, Braunschweig, Bremen, Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Jena und Marburg), um über die Militarisierung von Forschung und Lehre sowie über mögliche Gegenstrategien zu beraten.

Der Kongress begann mit der Verlesung eines bewegenden Grußworts des 86jährigen naziverfolgten Widerstandskämpfers Martin Löwenberg. Er erinnerte daran, dass 1945 galt: „Mit den Waffen des Geistes – gegen den Geist der Waffen!“, und an den damaligen Konsens der „vier D’s“: Denazifizierung, Demonopolisierung, Demokratisierung und eben auch Demilitarisierung aller Bereiche des öffentlichen Lebens. Ausdrücklich begrüßte er, dass der ver.di-Bundeskongress die Friedensverpflichtung durch Zivilklauseln für alle Hochschulen gefordert hatte.

Angesichts des Umbaus der Bundeswehr zur „Armee im Einsatz“ gibt es seit einigen Jahren die erklärte Strategie, Bereiche wie Ausbildung, Aufklärung und Strategieentwicklung an Private und Hochschulen auszugliedern. Die letzteren sollen durch verstärkte Aktivitäten von Jugendoffizieren und Reservisten, durch Stiftungs- und Honorarprofessuren in den sogenannten „sicherheitspolitischen Dialog“ des Militärs eingebunden werden, auch um Nachwuchs zu gewinnen („Celler Appell“ 2008).

Wer mit dem Verweis auf die „Freiheit der Wissenschaft“ die Hochschule für diese Strategien öffnen will, verkennt oder verklärt den politischen Gehalt dieser Freiheit und auch der heutigen Wissenschaft. Zivilklauseln sind ein Ansatz, um tatsächlich eine Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit in Gang zu bringen, Lehrinhalte und Forschungsziele zu hinterfragen. Das kann über die Kritik an militärischer Indienstnahme von Lehre und Forschung hinaus gehend auch den Blick auf deren ökonomische Grundlagen lenken. Auch einer Verwischung jeder Grenzziehung zwischen militärischer und ziviler Forschung im Rahmen der Doktrin der „vernetzten Sicherheit“ muss entgegengesteuert werden.

Im Rahmen der lebhaften, teilweise auch kontroversen Diskussion wurde auf dem Kongress über folgende Punkte Einigkeit erzielt:

1. Forschung im Auftrag des Verteidigungsministeriums ist ebenso wie Forschung an Rüstungsgütern abzulehnen und widerspricht jeder Zivilklausel. Ebensowenig wie zwischen Schwert und Rüstung oder einem Panzer und seiner Panzerung kann auch nicht zwischen sogenannten Offensivwaffen und Defensivwaffen unterschieden werden. Beide dienen der Kriegsführung und Durchhaltefähigkeit im Gefecht. Dieser Grundsatz gilt auch für die wehrmedizinische Forschung.

2. Da von der Bundesregierung militärische und zivile Sicherheitsforschung bewusst vermengt werden, ist für alle entsprechenden Projekte zu fordern, dass sie vor ihrer Durchführung öffentlich dargestellt und zur Diskussion gestellt werden. Insbesondere Projekte der „zivilen“ Sicherheitsforschung eröffnen oft neue Zugriffsmöglichkeiten auf die individuelle Privatsphäre und offenbaren damit den Konflikt zwischen angeblicher Freiheit der Wissenschaft und der Freiheit der von den technologischen Entwicklungen betroffenen Individuen.

3. Auch wenn sie unter dem Etikett der „Friedens- und Konfliktforschung“ daher kommt, dient sogenannte Interventionsforschung der Legitimation und Politikberatung für neokolonialistische Projekte und damit nicht dem Frieden. Nicht nur die Politikwissenschaft, sondern auch die Theologie – Stichwort: Mission – sollte die eigene Rolle bei solchen Projekten in der Vergangenheit und Gegenwart kritisch hinterfragen.

4. Forschung und ihre Förderung müssen ebenso wie die Vergabe von Honorar- und Stiftungsprofessuren im Vorfeld öffentlich diskutierbar und transparent sein. Notwendig ist eine grundlegende Demokratisierung der Hochschulen, ihre finanzielle Autonomie und ihre Öffnung gegenüber anderen gesellschaftlichen Akteuren. Insbesondere an den Hochschulen, an denen bereits Zivilklauseln existieren, müssen Mechanismen entwickelt werden, die diese Transparenz sicherstellen und die Einbeziehung möglichst breiter Kreise in die daraus entstehenden Debatten garantieren. Wie mit der Tübinger Ischinger-Professur Fakten geschaffen wurden, ist unerträglich – diese Ernennung muss zurückgenommen werden.

5. Die Durchführung von Lehrveranstaltungen und Vorträgen durch Bundeswehrbedienstete und aktive Reservisten in den Räumen der Universität und im Rahmen des Curriculums ist abzulehnen.

6. Die Regierungsparteien in Baden-Württemberg sind an ihren Wahlkampfaussagen zu messen. Wenn das KIT-Gesetz und das Landeshochschulgesetz novelliert werden, müssen sie eine klare verbindliche Zivilklausel für alle Hochschulen vorsehen. Die Wissenschaftministerin soll im Rahmen des anstehenden Bildungsstreiks daran erinnert werden. Es waren die Studierenden des Bildungsstreiks 2009 gewesen, die die Tübinger Zivilklausel forderten und letztlich durchsetzten.

Die Teilnehmenden des Tübinger Zivilklauselkongresses am 28./29.20.2011.

Wunschkonzert – Aktionstag anlässlich des Bildungsstreiks 2011 an der FSU Jena


Wir lassen nicht locker! Auch in diesem Jahr hat das bundesweite Bildungsstreikbündnis zu Protesten aufgerufen.

In Jena wollen wir erneut auf die immer noch bestehenden Missstände aufmerksam machen. Trotz sich jährlich wiederholender Proteste gibt es genügend Gründe weiter zu machen, hier in Jena sowie an allen Hochschulen.

Um nur einige der Problemfelder aufzuzählen, sei hier auf die weiterhin bestehende Wohnraumproblematik, überfüllte Seminarräume und Hörsäle, fehlendes Lehrpersonal, Unterfinanzierung und die beständigen Probleme des Bachelor – und Mastersystems verweisen.

Unter dem Titel (De)construction läd das Referat für Hochschulpolitik am 17.11.2011 ab 11 Uhr alle Studierenden der FSU und FH zu einem kreativen und konstruktiven Austausch über das ein, was verändert werden sollte. Dafür haben sie die Möglichkeit sich auf dem Campus in einer Zukunftswerkstatt über bestehende Probleme auszutauschen und Verbesserungsansätze zu entwickeln. „Reflexion über die Gesellschaft und die eigene Position darin kommen unserer Meinung nach auch im Hochschulbereich viel zu kurz und führen nicht zuletzt zu eigener Unzufriedenheit und gesellschaftlichen Fehlentwicklungen.“ untermalt Dorothea Forch, Referentin für Hochschulpolitik, das Anliegen. Von 11 bis 17 Uhr wird es auf dem Campus und im Foyer der Carl-Zeiss-Straße 3 ein Diskussionscafé geben, in welchem mit Tee, Kaffee, Glühwein und Essen Ideen und Kritik weitergedacht werden können. Das Ziel des Referats ist es, dass Studierende wieder anfangen ihren Studienalltag zu hinterfragen und sich über Missstände des Bildungssystems bewusst zu werden.

„Trotz dem, dass der Studienalltag scheinbar problemlos vor sich hinplätschert, glauben wir, dass jede und jeder Einzelnen von Probleme und Ungereimtheiten betroffen ist. Diese gilt es erneut aufzudecken und sich mit seinem Unmut und Kritik nicht alleine gelassen zu fühlen.“ bekräftigt Stephanie Borck, Referentin für Hochschulpolitik.