Posts Tagged 'bildungsstreik'

Vortrag: Bundeswehr raus aus den Schulen – Kein Werben fürs Sterben!

Die Bundeswehr ist kein „normaler Arbeitgeber“, das Berufsrisiko ist der Zinksarg. Doch sie drängt seit der Aussetzung der Wehrpflicht noch stärker in die Schulen und Hochschulen, um ihre Nachwuchsgewinnung und ihre Logistik sicherzustellen. Sie will uns, die Jugendlichen, zu ihrem Kanonenfutter machen. Uns SchülerInnen drohen mitunter Strafbenotungen, wenn wir uns der Propaganda des Militärs verweigern; an den Unis werden Kapazitäten für militärische Forschung verschwendet.

Dieser Indoktrination wohnt ein kriegerisches Verständnis von internationaler Politik inne. Internationale „Sicherheit“ und „Verantwortung“ sind die Codewörter für Krieg, Besatzung und Ausbeutung anderer Länder. Die Arroganz der Einmischung in Angelegenheiten souveräner Staaten und die Zustimmung für den Krieg im Dienst der Wirtschaft soll auch uns SchülerInnen und Studierenden eingeimpft werden.

Denkst Du, Du kannst da nicht mitreden? Ist es Dir egal, was die Bundeswehr so alles plant, obwohl sie es auf Dich abgesehen hat? Wie sehr hat sie die Schulen schon im Griff? Was macht sie überhaupt genau an den Schulen? Hier bekommst Du Antworten.

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40 Jähriges Jubiläum des Numerus Clausus-Urteil – 40 Jahre am Rande des verfassungsrechtlich Hinnehmbaren

Das Bundesverfassungsgericht mahnte vor 40 Jahren an, dass die Kapazitäten der Studienplätze auszubauen seien, um das Recht auf die Freie Berufswahl und daher auch auf ein Hochschulstudium für alle Bewerber_innen grundgesetzkonform zu ermöglichen. Das Gericht machte deutlich, dass die NC-Regelung nur vorübergehend sein kann und nicht das Recht auf freie Berufswahl unterhöhlen darf. Die Länder sollten Zeit bekommen, ausreichende Studienplatzkapazitäten einzurichten. Die Länder sind dem aber nie nachgekommen.

Es ist eine Unverschämtheit, dass aus dem Provisorium Numerus Clausus eine dauerhafte Regelung geworden ist. Der Numerus Clausus ist unsozial und beschneidet das Recht auf freie Berufswahl. Der Numerus Clausus ist damit verfassungswidrig.

Mit der Novelle des Hochschulrahmengesetzes von 2004 wurde den Hochschulen sogar noch stärkere Möglichkeiten gegeben, um den Zugang zu den Hochschulen mit Zugangs- und Zulassungshürden zu erschweren. Die Bundesländer können seitdem 60 Prozent ihrer Studienplätze nach eigenen Kriterien, wie Auswahlgespräche, Eignungstests oder durch die Forderung nach spezifischen Vorkenntnissen vergeben. Die Zulassungsbeschränkungen sind sozial selektiv und schließen immer mehr Menschen von einem Studium aus. Gerade Abiturient_innen aus Familien ohne akademischen Hintergrund sind von der selektiven Praxis der Auswahlgespräche an Hochschulen betroffen, damit wird ihnen der Eintritt zu den Hochschulen erschwert oder oft auch verwehrt.

In Verbindung mit dem Anstieg von studierwilligen Menschen durch die Aussetzung der Wehrpflicht, den geburtenstarken und doppelten Abiturjahrgängen, bewegt sich die Praxis der Zulassungsbeschränkungen auch 40 Jahre nach dem BVerfG-Urteil noch immer am Rande des verfassungsrechtlich Hinnehmbaren.

Gerade im Hinblick auf das Bachelor-Master-System und der damit verbundenen notwendigen zweiten Bewerbung auf einen Masterstudienplatz, beschränken NCs auch den Übergang vom Bachelor zum Master massiv und dienen letztlich so der noch stärkeren Selektion innerhalb des Studienverlaufs. Ein Hochschulstudium ist, ganz im Sinne des vom Bundesverfassungsgericht ins Feld geführten Artikels 12 des Grundgesetzes, das Recht eines jeden Menschen und darf nicht durch unzureichend finanzierte Hochschulen eingeschränkt werden. Wir fordern daher die Abschaffung des NCs und die Ausfinanzierung der Hochschulen sowie gleichen Zugang zur Bildung für alle. Bildung ist die Voraussetzung und die Basis für eine humane Gesellschaft und ein selbstbestimmtes Leben.

Jenaer Soziologie stellt sich gegen CHE-Ranking des Bertelsmann-Konzern – Deutsche Gesellschaft für Soziologie zieht mit!

Am 27.06.2012 warnte die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) angehende Studierende das Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) als Entscheidungshilfe zu benutzen. Außerdem forderte sie alle Soziologieinstitute auf, das Ranking zu boykottieren. Die Initiative zu diesem Schritt der DGS ging Maßgeblich vom Jenaer Institut für Soziologie der Friedrich Schiller Universität aus.

DieLinke.SDS kritisiert das CHE-Hochschulranking schon seit Jahren und unterstützt die Forderung der DGS!

Die Erhebungen, die in die Bewertung des jeweiligen Studienganges einfließen, sind nicht objektiv und können entgegen den Behauptungen des CHE kaum Aufschluss über die Qualität eines Studiengangs geben. Dabei kritisieren wir nicht nur die mangelhafte Aussagekraft dieser Rankings, sondern auch das Motiv der Erhebung.

Das CHE, gegründet von der Bertelsmannstiftung und der Hochschulrektorenkonferenz, folgt laut eigener Aussage dem Leitbild der „entfesselten Hochschule“ und setzt sich für die neoliberale Umgestaltung der Hochschullandschaft ein.

Neben Lobbyarbeit für Studiengebühren und Eliteuniversitäten, ist das Hochschulranking ein weiteres Mittel, um die Ziele des CHE und in letzter Konsequenz des Bertelsmann-Konzerns zu erfüllen.

Bei dem Ranking geht es darum die Konkurrenz zwischen den Hochschulen zu erhöhen und so den Umbau zur unternehmerischen Hochschule voran zu treiben. Nicht umsonst werden bei dem Vergleich die Einspielung von Drittmitteln höher bewertet, als gute Lehre. Auf diese Weise nimmt ein Privatunternehmen starken Einfluss auf die Entscheidungen der öffentlichen Universitäten. Die Autonomie der Hochschule wird so in Frage gestellt.

DieLinke.SDS schließt sich darum der Warnung an angehende Studierende der DGS an und empfiehlt ebenfalls allen Studierenden und Lehrenden an deutschen Universitäten das Ranking zu boykottieren.

Campus TV Jena vom 23.11.2011 Berichterstattung über den Bildungsstreik

In der zweiten Ausgabe vom Campus TV in diesem Semester könnt ihr unter anderem einen Bericht über die Aktion zum Bildungsstreik sehen (Minute 5:05 bis Minute 9:18)

Wunschkonzert – Aktionstag anlässlich des Bildungsstreiks 2011 an der FSU Jena


Wir lassen nicht locker! Auch in diesem Jahr hat das bundesweite Bildungsstreikbündnis zu Protesten aufgerufen.

In Jena wollen wir erneut auf die immer noch bestehenden Missstände aufmerksam machen. Trotz sich jährlich wiederholender Proteste gibt es genügend Gründe weiter zu machen, hier in Jena sowie an allen Hochschulen.

Um nur einige der Problemfelder aufzuzählen, sei hier auf die weiterhin bestehende Wohnraumproblematik, überfüllte Seminarräume und Hörsäle, fehlendes Lehrpersonal, Unterfinanzierung und die beständigen Probleme des Bachelor – und Mastersystems verweisen.

Unter dem Titel (De)construction läd das Referat für Hochschulpolitik am 17.11.2011 ab 11 Uhr alle Studierenden der FSU und FH zu einem kreativen und konstruktiven Austausch über das ein, was verändert werden sollte. Dafür haben sie die Möglichkeit sich auf dem Campus in einer Zukunftswerkstatt über bestehende Probleme auszutauschen und Verbesserungsansätze zu entwickeln. „Reflexion über die Gesellschaft und die eigene Position darin kommen unserer Meinung nach auch im Hochschulbereich viel zu kurz und führen nicht zuletzt zu eigener Unzufriedenheit und gesellschaftlichen Fehlentwicklungen.“ untermalt Dorothea Forch, Referentin für Hochschulpolitik, das Anliegen. Von 11 bis 17 Uhr wird es auf dem Campus und im Foyer der Carl-Zeiss-Straße 3 ein Diskussionscafé geben, in welchem mit Tee, Kaffee, Glühwein und Essen Ideen und Kritik weitergedacht werden können. Das Ziel des Referats ist es, dass Studierende wieder anfangen ihren Studienalltag zu hinterfragen und sich über Missstände des Bildungssystems bewusst zu werden.

„Trotz dem, dass der Studienalltag scheinbar problemlos vor sich hinplätschert, glauben wir, dass jede und jeder Einzelnen von Probleme und Ungereimtheiten betroffen ist. Diese gilt es erneut aufzudecken und sich mit seinem Unmut und Kritik nicht alleine gelassen zu fühlen.“ bekräftigt Stephanie Borck, Referentin für Hochschulpolitik.

Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Templiner Manifest der GEW

Zeit
Mittwoch, 9. November · 16:00 – 18:00

Ort
Bühnensaal, Mensa Philosophenweg Jena

An dieser Stelle möchten wir auf eine Veranstaltung der Studierenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufmerksam machen.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind mit wachsenden Anforderungen konfrontiert: steigende Studierendenzahlen, die Reform der Studiengänge, eine autonome Steuerung der Einrichtungen und die zunehmende Bedeutung der Drittmitteleinwerbung. Mit diesen Anforderungen müssen die Beschäftigen in der Wissenschaft umgehen, ohne dass sie aufgabengerechte Bedingungen vorfinden. Dieser Problematik stellt sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit ihrem Templiner Manifest und diskutiert gemeinsam mit jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Erstunterzeichnern, Landespolitikern und Verantwortlichen der Hochschulen sowie Studierendenvertretern berechenbare Karrierewege und bessere Arbeitsbedingungen in Hochschule und Forschung. So ist eine unserer Forderungen, dass die Hochschulen – neben Stellen zur Qualifikation und Professuren – in ausreichender Zahl über Stellen für Wissenschaft­ler/innen mit unbefristeten Verträgen verfügen, um Daueraufgaben in Forschung und Lehre kontinuierlich in hoher Qualität erfüllen zu können.

Die 10 Forderungen des Manifest findet ihr hier www.templiner-manifest.de

Protest gegen Kürzungen an den Hochschulen wirkt!

Nachdem die Studierenden der FSU am Mittwoch, den 29. Juni symbolisch ihr Universitätshauptgebäude gepfändet hatten, um auf die befürchteten Kürzungen im Hochschulbereich aufmerksam zu machen, wurde noch am selben Abend bekannt, dass das Budget für die Hochschulen in den nächsten vier Jahren nahezu konstant bleiben soll.

“Offensichtlich haben unsere Proteste Spuren hinterlassen”, konstatiert Thea Jacobs, Referentin für Hochschulpolitik im Studierendenrat. “Allerdings dient die Erhöhung der Mittel in der Rahmenvereinbarung gerade mal dem Ausgleich der anfallenden Tarifsteigerungen. An eine Verbesserung der Lehrsituation und der Arbeitssituation im Mittelbau ist nicht zu denken.”

Vergleicht man die Zahlen aus dem Hochschulpakt II (2008-2011) stellt man fest, dass für diesen Zeitraum 280Millionen Euro weniger zur Verfügung stehen sollen und auch im Bereich Hochschulbau 30Millionen Euro pro Jahr weniger vorgesehen sind. Die Studierendenzahlen werden dagegen weiter steigen. Auch gibt es keine Position bezüglich des Wohnraumproblems in Jena – allein löst es sich nicht. Hilfreiche Zuschüsse für das Studentenwerk sind nötig, damit Wohnheime entstehen können.

“Größerer Schaden war zunächst abwendbar, eine Verbesserung der Situation wird es unter diesen Umständen aber nicht geben. Weitere Proteste werden wohl nötig sein“, fasst Dorothea Forch vom Referat für Hochschulpolitik zusammen, „Den Herausforderungen der Zukunft kann man nicht mit halben Lösungen begegnen und die Krisen sollten nicht zu Lasten derer gehen, die die Zukunft noch vor sich haben.“