Scheiß auf das System – Europaweite Proteste des Bündnis M31 gegen den Kapitalismus

 

Anlässlich der Proteste an diesem Wochenende in Frankfurt am Main, an dem auch Menschen aus Jena teilnahmen, hier ein Artikel über die Ereignisse. Der Text stammt aus der linken Tageszeitung „Junge Welt“ von Rüdiger Göbel. Dazu ein paar Videos aus den weiten des Netzes. Zunächst einmal ein Video, welches den Verlauf zusammenfasst.

Europaweiter Aktionstag gegen Kapitalismus: 6000 Menschen demonstrieren in Frankfurt am Main. Veranstalter kritisieren Polizeigewalt und Massenfestnahmen

Tausende Menschen demonstrierten am Samstag in Frankfurt am Main unter dem Motto »M31 – European Day of Action against Capitalism« gegen die neoliberale Krisenpolitik in der EU. Die Veranstalter sprachen von 6000 Teilnehmern und waren sichtlich zufrieden mit der Resonanz. Begleitet wurde die Demonstration von einem großen Polizeiaufgebot. In voller Kampfmontur angetretene Beamte gingen mit Pfefferspray und Schlagstöcken gegen Teilnehmer vor. Ziel des Protestzuges war der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB). Aufgerufen hatte das Netzwerk »M31« aus verschiedenen Gruppierungen, die sich der radikalen, autonomen, emanzipatorischen, undogmatischen und/oder antinationalen Linken zurechnen. Dem Netzwerk zufolge soll es am Wochenende in über dreißig europäischen Städten Demonstrationen und Besetzungen gegeben haben, so in Madrid, Athen, Mailand, Zagreb, Wien, Utrecht, Moskau und Kiew. In Redebeiträgen wurden die dramatischen Auswirkungen der aktuellen Krisenpolitik in verschiedenen europäischen Ländern thematisiert.

Das »M31«-Bündnis bewertet den Aktionstag am 31. März als ersten Schritt, den antikapitalistischen Protest international zu vernetzen. In der öffentlichen Wahrnehmung dominierten allerdings Berichte über Ausschreitungen in der Mainmetropole, bei denen ein Polizist schwer verletzt worden sein soll. Die Meldungen dazu waren allerdings widersprüchlich. Mal hieß es, der Beamte sei durch Steinwürfe schwer verletzt, mal, der Beamte sei »brutal verprügelt« worden, so daß er auf die Intensivsta­tion eines Krankenhauses gebracht werden mußte. Im übrigen beklagten die martialisch auftretenden Ordnungshüter, mit »Behältnissen voll übelriechenden Inhalts«, vermutlich Fäkalien und Gülle, beworfen worden zu sein.

»Der Kapitalismus ist die Krise unseres Lebens«, erklärte die Publizistin Jutta Ditfurth, die für die Partei ÖkoLinX-ARL im Frankfurter Rathaus sitzt, auf der Kundgebung am Hauptbahnhof. Die einzige Hoffnung liege im »Kampf um Befreiung« (siehe unten). »Wir wollen den Kapitalismus nicht retten, sondern überwinden«, bekräftigte ein Redner der anarchosyndikalistischen FAU (Freie Arbeiter- und Arbeiterinnen-Union).

Im Verlauf der Demonstration wurden Farbbeutel und Steine gegen den Sitz der EZB, die Zentrale der Stadtpolizei und Leiharbeitsfirmen sowie das Luxushotel »Frankfurter Hof« geworfen. Mit der Begründung, »einzelne Verdächtige« zu ermitteln, spaltete die Polizei auf Höhe Allerheiligentor das gesamte hintere Drittel der Demonstration unter Schlagstock- und Pfeffersprayeinsatz ab. Dabei wurden nach Veranstalterangaben mehrere Menschen zum Teil erheblich verletzt. Mehr als 200 Menschen waren in der Folge über sechs Stunden eingekesselt. Wegen »schwerer Straftaten« nahm die Polizei nach eigenen Angaben 465 Demonstranten fest.

Nach Auflösung des Protestmarsches zogen Hunderte Teilnehmer durch die Frankfurter Innenstadt. Dabei wurden der Frankfurter Römer und die Arbeitsagentur, aber auch kleine Läden attackiert und Autos beschädigt. In einer Stellungnahme des »M31«-Bündnisses ist diesbezüglich von »militanten Aktionen« die Rede. Dessen Sprecher Leo Schneider bilanzierte: »Wegen ein paar kaputter Scheiben hat die Polizei unsere Demonstration brutal angegriffen, Dutzende Demonstranten verletzt und über 200 stundenlang festgesetzt. Das ist angesichts der brutalen Auswirkungen der Sparpolitik für die Menschen in Europa und weltweit absurd.« Die »militanten Proteste« richteten sich »direkt gegen Institutionen, die für neoliberale Krisenregulierung und verschärfte Ausbeutung« stünden.

Diese beiden Videos zeigen, wie die Polizei den Demonstrationszug stoppt und in mehrere Teile aufspaltet. Die Veranstaltung wurde so zerschlagen und aufgelöst.

hunderte Menschen "gezielt" festgenommen

hunderte Menschen "gezielt" festgenommen

 

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