remember Malcolm X

Malcolm X war einer der bekanntesten Aktivisten in der US-Amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. 1948 trat er der „Nation of Islam“ bei. Als ihr nationaler Sprecher  prangerte Malcolm X den Rassismus der weißen Gesellschaft an. Nach einer Pilgerfahrt nach Mekka brach er 1964  mit der „Nation of Islam“. Durch seine Pilgerfahrt erlangte er eine international geprägte Sicht und stellte eine Verknüpfung zwischen der Unterdrückung der Schwarzen in den USA und in Afrika her. „Es ist unmöglich für einen Weißen, an den Kapitalismus und nicht zugleich an den Rassismus zu glauben. Es gibt keinen Kapitalismus ohne Rassismus.” Es seien daher dieselben Strukturprinzipien, die die Afro-Amerikaner in den USA sowie die Afrikaner auf ihrem Kontinent unterdrückten.

Am 7. Juni 1964 gab er im Audubon Ballroom in New York bekannt, dass der Führer der Nation of Islam Elijah Muhammad nicht weniger als sechs, nach den Moralvorstellungen der Nation of Islam „illegitime”, Kinder habe.

Am 21. Februar 1965 hielt er in Harlem (wieder im Audubon Ballroom) einen Vortrag, als zwei Zuhörer scheinbar in Streit gerieten und die Ordner von ihm ablenkten. Eine Rauchbombe explodierte und im darauf folgenden Durcheinander wurde Malcolm X erst von einem Schuss aus einer abgesägten Schrotflinte und dann von 16 aus zwei verschiedenen Waffen abgefeuerten Kugeln getroffen und getötet.

Als größtes Vermächtnis von Malcolm X gilt die Black Panther Party. Die Organisation wurde ein Jahr nach seinem Tod gegründet und war eine Bürgerrechts- und Selbstschutzorganisation. Nach der Ermordung von Malcolm X 1965 kam es landesweit zu schwere Unruhen, in deren Verlauf über 300 Schwarze von Militär und Polizei getötet wurden. Zwei junge Schwarze in West-Oakland, Kalifornien, gründeten daraufhin Anfang 1966 die Black Panthers Party for Self-Defence, um die Ideen Malcolm X‘ umzusetzen. Dazu verteilten sie unter der Bevölkerung ein 10-Punkte-Programm, in welchem sie

  1. Freiheit und Selbstbestimmung,
  2. Beschäftigung,
  3. ein Ende der Ausbeutung,
  4. menschenwürdiges Wohnen,
  5. ein reformiertes Bildungssystem,
  6. die Freistellung vom Militärdienst,
  7. ein Ende der willkürlichen Polizeigewalt,
  8. die Freilassung aller schwarzen Gefangenen wegen Benachteiligung während der Verhandlungen,
  9. faire Gerichtsprozesse vor schwarzen Geschworenen und durch schwarze Ankläger sowie
  10. einen Volksentscheid unter der schwarzen Bevölkerung über deren nationales Schicksal

forderten. Sie organisierte soziale Projekte, wie ein Frühstück für alle Kinder, Gesundheitsstationen, Rechtsberatung sowie in einigen Fällen den Kampf gegen Drogendealer und Zuhälter.

1968 wurde der Zusatz Selbstverteidigung gestrichen, weil sie so stark waren, dass sie sich nicht mehr vor der Polizei oder dem Staat verstecken mussten. Deshalb formierte sich der Widerstand des Staates. Das FBI (COINTELPRO-Programm) begann, Basisgruppen zu unterwandern und einzelne Mitglieder willkürlich zu verhaften und mit gefälschten und echten Aussagen vor Gericht zu bringen. Der Chef des FBI, J. Edgar Hoover, bezeichnete die Gruppe als größte Bedrohung der nationalen Sicherheit.

Im Rahmen das staatlichen Kampfes gegen die Black Panther Bewegung ging das FBI drei Wege. Zum einen sollten die Führungsfiguren ausgeschaltet werden. Dazu arbeitete das FBI Pläne zur Ermordung von wichtigen Personen aus, die dann von der örtlichen Polizei durchgeführt wurden. Zwischen 1967 und 1970 wurden rund 40 Mitglieder ermordet und über 85 schwer verletzt. Alternativ wurden den Aktivisten ungeklärte Morde und andere Straftaten angehängt und in Zusammenarbeit mit Polizei und Bezirksstaatsanwalt die Aktivisten ins Gefängnis gebracht. Falschaussagen von FBI Agenten stellten eine Verurteilung sicher. Als zweites wurde die Black Panther Bewegung durch Informanten unterwandert. Polizisten und FBI-Agenten drangen in die Gesundheitsstationen ein und vernichteten Medikamente oder lösten die Frühstücksrunden auf. Allein die Verhaftungen (740) und die zu bezahlenden Kautionen (rund 5 Mio. US-Dollar) der Jahre 1968 und 1969 machten die Kassen der Gruppen leer. Als Drittes sollte die Organisation gespalten werden. Dazu schleusten die Staatsorgane Drogen in die Bewegung ein und fixten Funktionäre der BPP an. Mit dem brown Mail Programm wurden gefälschte Briefe mit Drohungen in die Kommunikation zwischen den Führungsfiguren geschleust um Misstrauen und Abneigung zu sähen. Das FBI erstellte Psychogramme, um Aktivisten durch Operationen gezielt zu manipulieren und die Bewegung zu zerstören.

Für den Fall von landesweiten Aufständen wurde die US-Armee beauftragt Vorkehrungen  zu treffen, um die Verfassung außer Kraft zu setzten, die örtliche Polizei zu entmachten und bis zu 250.000 Aktivisten auf Militärbasen zu internieren. Um die Entmachtung der örtlichen Polizei sicherzustellen und Aufstände bekämpfen zu können wurde das sogenannte SWAT gegründet. Diese Einheit wurde mit speziellen Waffen ausgerüstet und personell vor allem mit ehemaligen Marines besetzt um ihre Loyalität sicherzustellen. Heute gibt es in den ganzen USA SWAT-Teams die auch heute noch vor allem aus ehemaligen Soldaten bestehen.

Nach einer Phase hoher Aktivität in den 60er und 70er Jahren war die Black Panther Party in den 80ern vollständig Zerschlagen und nicht mehr aktiv. Noch heute jedoch sitzen ehemalige Black Panthers, wie Ruchell „Cinque“ Magee, in Gefängnissen für Taten ein, die ihnen nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten. Zuletzt wurden 2007 Francisco Torres und weitere acht Männer im Alter um die 60 in Kalifornien, New York und Florida vom FBI unter dem Verdacht festgenommen, an Banküberfällen und Überfällen auf Polizeireviere als Black Panther beteiligt gewesen zu sein.

Das COINTELPRO-Programm des FBI gilt unter Historikern heute als die große amerikanische Inquisition. Neben der Black Panther Party wurde auch die Kommunistische Partei der USA (KPUSA), die trotzkistische Sozialistische Arbeiter Partei (SWP), die Studierendenorganisation Studenten für eine demokratische Gesellschaft (SDS), die Red Indian Movement und Einzelpersonen wie Martin Luther King Zielscheibe des FBI.

Malte

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